Benefizabend für die Freunde in Israel

Die Welt vom 03.06.2005

Charity-Gala im Jüdischen Museum zugunsten einer einzigartigen Klinik in Tel Aviv

Ein Abend unter Freunden, im Zeichen von Hoffnung und Menschlichkeit. Bei der Charity-Gala gestern Abend im Jüdischen Museum kam einem spontan der Satz in den Sinn, den Heinrich von Kleist einmal gesagt hat: "Unsere äußeren Schicksale interessieren die Menschen, die Inneren nur den Freund". In der Gedenk- und Informationsstätte an der Lindenstraße trafen sich um 19 Uhr wahre Freunde des "Chaim Sheba Medical Centers Tel Hashomer", einem einzigartigen Krankenhaus in Tel Aviv, das Patienten aller Religionen behandelt. Von weit her kam ein Großteil der Gäste angereist, darunter Ehud Barak, der frühere Premierminister von Israel, Dalai Rabin, die ehemalige Verteidigungsministerin von Israel und Tochter des verstorbenen, israelischen Ex-Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin oder Boleslaw Goldman, der einstige Direktor von Chaim Sheba. Unter der Schirmherrschaft von First Lady Eva Luise Köhler, die mit ihrem Mann, dem Bundespräsidenten kommen wollte, hatte der Förderverein der Freunde des Medical Centers um die Vorstandsvorsitzende Judit Edelstein, zur mittlerweile 13. Benefiz-Gala geladen.
Erstmals fand die Gala 1992 statt, im Hilton Hotel am Gendarmenmarkt, mit Yitzhak Rabin und der Schirmherrin Marianne von Weizsäcker. Ab 1994 wurde im Schloß Bellevue gefeiert, immer auf Einladung des amtierenden Bundespräsidenten und dessen Ehefrau, immer ein gesellschaftliches und emotionales Highlight. Interessante Persönlichkeiten mit großen Herzen trafen da zusammen, so die inzwischen verstorbene Ministerpräsidentenwitwe Lea Rabin, Dirigent Justus Frantz, Caterer Gerd Käfer, Ann-Katrin Bauknecht, Sigrid Streletzki, Danièle Thoma, die Sprößlinge des verstorbenen Mainau-Grafen Lennart Bernadotte oder Nadja Auermann und Heidi Klum. Sie öffneten bereitwillig ihre Geldbörsen und spendeten im Laufe der Jahre für die Klinik in Tel Aviv mehrere Millionen Euro - mit Tombola und Versteigerungen.
In diesem Jahr fand der Benefizabend zum ersten Mal im Jüdischen Museum statt, der Empfang im Foyer, das Dinner im Konferenzsaal, den Peter Lübbert wunderschön mit orangefarbenen Blumen, hohen Silberleuchtern und Platztellern dekoriert hatte, auf denen Olivenzweige lagen. Der Erlös des festlichen Abends, den Sandra Maischberger moderierte und an dem Christies-Auktionator Andreas Rumbler die Versteigerung leitete, ist für den Erweiterungsbau des Kinderkrankenhauses bestimmt. Dort soll das "Israel Center für angeborene Herzkrankheiten" eingerichtet werden, das gemäß der Tradition des Centers, jungen Patienten unabhängig von Herkunft, Nationalität und Religion offen steht. Einer der Freunde von Chaim Sheba fehlte gestern Abend: Altbundespräsident Johannes Rau, der mit seiner Frau Christina mehrfach das Bellevue für die Gala zur Verfügung stellte. "Der Bundespräsident muß sich noch schonen. Es geht stetig aufwärts, aber er ist noch nicht wieder im Vollbesitz seiner physischen Kräfte", sagte uns sein Sprecher Rüdiger König. Rau hatte in den vergangenen Monaten mehrere Herz-OPs hinter sich bringen müssen. Franziska v. Mutius

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