Benefizgala im Schloss Bellevue für kranke Kinder in Israel
Die Welt vom 20.06.00
Mit der schon traditionellen Benefizgala wollen die Berliner Freunde des
Chaim Sheba Medical Centers, Tel Hashomer, in Israel den weiteren Ausbau
des größten Medizinzentrums im Nahen Osten unterstützen.
Bundespräsident Johannes Rau und Ehefrau Christina sind am morgigen
Dienstag im Schloss Bellevue Gastgeber der Veranstaltung, für die Christina
Rau und die weltweite Präsidentin der Sheba-Freundesgruppen, Lea Rabin,
Frau des 1995 bei einem Attentat ermordeten ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten
Jitzhak Rabin, die Schirmherrschaft übernehmen.
Das Fest beim Bundespräsidenten habe bereits eine lange Tradition,
sagte Lea Rabin gestern in Berlin. Seit der Ära Richard von Weizsäckers
werde damit zugleich ein Freundschaftsbekenntnis für den Staat Israel
abgelegt. Angesichts der deutschen Geschichte sei die Versöhnung ein
langer Prozess, der immer weiter voranschreitet.
Das künstlerische Programm gestalten unter anderen die Jakasha-Geiger,
der Pianist Justuz Frantz und der in Holland lebende italienische Gesangsentertainer
Gino Politi. Das Chaim Sheba Medical Center, Tel Hashomer, ist mit mehr
als 1800 Betten die größte Einrichtung im Nahen Osten und weit
über die Grenzen Israels hinaus bekannt, wie Frau Rabin betonte. Seine
Tore stehen für jeden Hilfesuchenden offen, ob er nun Jude, Moslem
oder Christ sei. Zu den Patienten zählen Zivilisten, Soldaten und auch
Touristen.
In diesem Jahr werden die gesammelten Gelder für den Ausbau der Kinderrehabilitation
verwandt. In dieser Abteilung wurden im vergangenen Jahr 140 Kinder behandelt,
und die Warteliste für freie Betten ist nach Angaben der Einrichtung
sehr lang. Die jungen Patienten leiden an vielfachen traumatischen Beschwerden
infolge von Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen. Dabei stehen Lea Rabin
zufolge die Türen nicht nur israelischen Kindern offen, sondern auch
palästinensischen und jungen Patienten anderer Länder. ddp

