Chaim Sheba Benefiz-Versteigerung

Berliner Zeitung vom 22. Juni 2000

Was braucht man für eine erfolgreiche Benefiz-Versteigerung? Einen Saal voller möglichst reicher Leute, einen Hammer, einen guten Zweck, der die Herzen erreicht und die Geldbörsen öffnet. Und eine Auktionatorin, die auch nicht vor drastischen Mitteln zurückschreckt. Ruth Zandberg von Christie s zum Beispiel nutzte sogar den Ausfall der Klimaanlage am Dienstagabend im Schloss Bellevue. Bei der Auktion zu Gunsten des Chaim Sheba Medical Centers in Tel Aviv scherzte sie zunächst über die Gäste, die sich mit den Katalogen Luft zufächelten: "Wenn sie alle so wedeln, nehme ich das fast als Gebot." Und bei Filmproduzent Artur Brauner wurde sie noch deutlicher: "Schwitzen sie einfach nur, Herr Brauner? Oder bieten sie auch?!" Solchermaßen bei der Ehre gepackt, wurde der Abend nun doch noch zu einem teuren Vergnügen für Brauner. Erst bot er 20 000 Mark, dann sogar 30 000. Und ging direkt nach der Versteigerung prompt mit dem Hammer, der ihn so teuer zu stehen kam, auf die Auktionatorin los. Ruth Zandberg: "Für so viel Geld darf er das!"
Allein die Versteigerung in Anwesenheit von Lea Rabin und Bundespräsident Johannes Rau brachte über eine viertel Million. Zusammen mit Spenden, die schon vor der Veranstaltung überwiesen wurden, kam man auf mehr als 400 000 Mark, die in ein Rehabilitationszentrum für Kinder im Chaim Sheba Medical Center investiert werden sollen. Ein Flügel dieses Zentrums soll nach der am Montag verstorbenen Christiane Herzog benannt werden, die sich als Schirmherrin früherer Benefizgalas bleibende Verdienste um das größte medizinische Zentrum im Nahen Osten erworben hatte. Bei der Versteigerung zeigte Johannes Rau übrigens, wie man mit dem lästigen Klingeln eines Mobiltelefons souverän umgeht, obwohl es einen keck in der Rede stört? "Sagen Sie dem Anrufer, der Betrag wird überwiesen!" Damit hatte Rau die Lacher auf seiner Seite.

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